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14.-16.5.2012
Dentalmesse Bern mit Pharmador
www.dental2012.ch

PICBiolase

1. Dentallaser-Tage in Damme

Prof. Peter Rechmann mit Update zwischen Praxis und Wissenschaft

Wie setzt man heute sein bzw. ein Dentallaser-System optimal in der Praxis ein? Diese Frage beantworteten die 1. Dentallasertage in Damme bei Osnabrück. Hauptreferent am 26./27.August war der international renommierte Prof. Peter Rechmann (Universität San Francisco, Kalifornien, Direktor der klinischen Forschungsgruppe), der bereits seit Jahren auf diesem Gebiet aktiv ist. Die Besonderheit beider Tage – veranstaltet von NMT-München und Dr. Rainer Kreuzkamp (Damme) - war die Mixtur aus unabhängigen wissenschaftlichen Darstellungen und praktischen Erfahrungen langjähriger Laseranwender.

Kronenverlängerungen, Abformungen ohne Fäden, schnellere Chirurgie nahezu ohne Blutung und wenig Schmerzen sowie Kariesexkavation ohne Bohrer – listete Rechmann zum Einstieg seine persönlichen Highlights beim Einsatz von Dentallasern auf. Er schickte jedoch voraus, dass jeder für sein Behandlungsspektrum auf der Grundlage der Basics das passende Lasersystem finden müsse und ergänzte: „Multitasking ist zwar möglich, aber nicht immer effizient.“ Weitere Referenten wie Dr. Franziska Beer (Wien), Dr. Rainer Kreuzkamp (dentales Laserzentrum Nord in Damme) oder Prof. Dr. Volker Black (München) bestätigten dies in Ihren Vorträgen.

Co2 mit Vorteilen in der Chirurgie

Wer besser sieht kann schneller arbeiten – so und durch den Wegfall der Naht erklärt sich laut Rechmann der Zeitvorteil in der lasergestützten Chirurgie, die entsprechend der chirurgischen Ausrichtung des dentalen Laserzentrums Nord mit vielen Fragestellungen vertreten war. Als Erklärung für die geringere Schwellungsrate nach Lasereinsatz gilt nachwievor die offene Wundfläche, über die anders als bei angelegten Wundrändern ein flächiger Flüssigkeitsaustritt möglich ist. Die begleitende Koagulation der Nervenendigungen reduziert entsprechend die Schmerzen. „Salopp formuliert: Wo keine schwarze Oberfläche auftritt, entstehen auch keine Narben.“- betonte Rechmann im Hinblick auf Parameter und Fokussierung. Klare Domäne des CO2-Lasers sind zudem Weichgewebsbehandlungen wie bei Fibromen, Hämangiomen oder auch Warzenexcisionen, ohne eine Streuung von Zellen befürchten zu müssen. Warnend erinnerte Rechmann an die oft vernachlässigte gute Absorption dieser Wellenlänge in Hydroxylapatit, die einen Schutz der Zahnsubstanz mit Instrument oder Spatel notwendig und einen routinemäßigen Einsatz im Taschenbereich schwierig macht.

Diode – Einstiegslaser von Herpes bis Endo

Für den Einsatz in der Parodontaltasche bietet sich für viele nicht zuletzt wegen der geringeren Gefahr für die Zahnhartsubstanz und der geringen Einstiegskosten laut Rechmann ein Diodenlasersystem an. Vorausgesetzt, es steht genügend Energie zur Verfügung, ist eine Gingivamodellation z.B. vor Pontic-Gestaltung gut möglich. Zur Frage des Troughings und damit zur Abformung ohne Fäden betonte Rechmann: „Bleiben sie in Viertelkreisen auf der Innenseite der Tasche. Es soll keine Reduzierung der Tasche vorgenommen, lediglich ein vorübergehender Rückzug des Gewebes erreicht werden.“ Näher ging Rechmann auf die Nutzung von Lasern in der Herpestherapie ein, für die es zwar keine Doppelblindstudien gebe, jedoch bei rechtzeitigem Einsatz (bei Kribbeln, jedoch cave bei geöffneten Bläschen) durchaus positive Ergebnisse im Sinne einer schnelleren, schmerzärmeren Heilung und eines weniger häufigen Wiederauftretens vermerkt werden könnten. Unabhängig von der verwendeten Laserwellenlänge sei das Ziel, die Viren zu Koagulieren, was bereits bei einer Temperatur möglich sei, die der Patient (ohne Anästhesie) kurzfristig als „warm“ empfindet.

Erbium – Knochenarbeit und viel mehr

Derzeit ist sind die Erbium-Wellenlängen diejenigen, mit denen man im Knochen schneiden kann und mit dem auch Eingriffe wie die Entfernung eines Torus palatinus, eine chirurgische Kronenverlängerung oder eine WSR eine neue Perspektive bekommen – und das mit immer kleineren Geräten. Ähnliches gilt für die Bearbeitung von Schmelz und Dentin. Kreuzkamp (Damme) schilderte u.a. einige Anwendungen im Zusammenhang mit der Implantologie wie die Pilotbohrung durch die Schablone hindurch, Behandlung der Periimplantitis, Troughing oder die Entfernung der Smear Layer nach konventioneller Aufbereitung des Implantatbettes. Der Bohrstollen biete nach Entfernung dieser Schicht optimierte Voraussetzungen. Insbesondere die Entfernung von Granulationsgewebe (Periimplantitis/WSR) gestaltet sich deutlich unkomplizierter und damit auch sicherer. Für den Bereich der Schmelz- und Dentinbearbeitung mahnte Rechmann: „Entscheidend für den Abtragungserfolg ist die Verwendung der Touch-and-Go-Technik statt der gewohnten ziehenden Bewegung mit dem Rosenbohrer.“ Beachtenswert schneller sei die Präparation bei Milchzähnen und für Zahnhalsfüllungen. Hier könnte man temporär auch ohne Wasserspray arbeiten, weil so eine gewünschte leichte Koagulation erreicht werden kann.

Einige Aspekte der Fortsetzung im nächsten Teil:

- Veneerentfernung in zwei Minuten
- Studienlage Laser und PA – Wirkung nicht gesichert
- Lupenbrille und Laser
- Säureverzicht nach Laserpräp nicht indiziert
- Drill vs. Laser


Weitere Informationen:
NMT München
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Web: www.nmt-muc.de

Dieser Artikel wurde verfasst von:
Dr. Doreen Jaeschke